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Aufforderung zur Reise


Kind, Schwester, hold ist′s zu träumen,

Wir zögen zu zwein ohne Säumen

Nach jenem herrlichen Land.

In Lieb uns verstehend,

In Liebe vergehend,

Dort wo die Welt dir verwandt.

Wo die feuchten Sonnen,

Von Schleiern umsponnen,

Erwecken so seltsame Glut,

So rätselhaft Sehnen

Wie dein Auge voll Tränen,

Drin verräterisch Leuchten ruht.

Dort, wo Frieden, Lust und Prangen,

Glanz und Wollust uns umfangen.

Viel blankes Gerät

Im Saale steht,

Die Jahre gaben ihm Schimmer.

Fremder Blumen Duft,

Weiche Ambraluft

Durchwehen wie Träume das Zimmer.

Die Wände so weich,

Die Spiegel so reich,

Des Orients leuchtend Gepränge

Fast scheint es dir,

Als vernähmest du hier

Der Seele Heimatklänge.

Dort wo Frieden, Lust und Prangen,

Glanz und Wollust uns umfangen.

Sieh auf dem Kanal

Im sonnigen Strahl

Die träumenden Schiffe gleiten.

Dein kleinstes Begehr,

Sie bringen es her

Von der Erde entlegensten Weiten.

Den Fluss und das Land

Umschlingt wie ein Band

Der Schimmer der sinkenden Sonne,

In goldlila Glut

Die Erde ruht,

Hinsterbend in glühender Wonne.

Dort wo Frieden, Lust und Prangen,

Glanz und Wollust uns umfangen.



(* 09.04.1821, † 31.08.1867)




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